principal33 | Hybrid and Multi-Cloud in German Utilities: How to Decide Which Workloads Go to Azure, AWS or Private Cloud Zum Hauptinhalt springen

Die richtige Frage lautet nicht „welche Cloud", sondern „welche Workload"

In der Cloud-Diskussion werden deutsche Versorger oft zu einer binären Entscheidung zwischen Anbietern gedrängt: Azure oder AWS, public oder private, Hyperscaler oder souverän. Das ist die falsche Frage. Die richtige Frage lautet, welche Workload wohin gehört, denn ein Versorger ist kein einzelnes System, sondern ein Verbund von Anwendungen mit sehr unterschiedlichen Risikoprofilen, regulatorischer Kritikalität und Lastmustern.

Der Kontext stützt diese Logik. Laut Monitoringbericht 2025 der Bundesnetzagentur arbeiten deutsche Versorger bereits in einem Markt mit 54 % erneuerbarer Erzeugung, 25 Millionen Messstellen mit modernen Messeinrichtungen, 644.000 installierten verpflichtenden Smart-Metering-Systemen sowie neuen Pflichten für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG (264.874 Marktlokationen gemeldet zum Jahresende 2024). Diese operative Vielfalt macht es unmöglich, den gesamten Technologie-Stack in eine einzige Cloud-Entscheidung zu pressen. Bundesnetzagentur.

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Vier Workload-Profile, vier unterschiedliche Entscheidungen

In einem typischen Versorger lassen sich Workloads in vier Profile einteilen. Das erste sind markt- und kundenorientierte Plattformen (Portale, CRM, Digital Service, Salesforce). Sie profitieren typischerweise von Hyperscalern wie Azure oder AWS – wegen Elastizität, Integration mit Power Platform oder Managed Services sowie der Reife europäischer Regionen.

Das zweite Profil sind kritische regulierte Systeme (SAP IS-U, FI-CA, Billing, Marktkommunikation). Hier ist nicht Elastizität die Priorität, sondern Stabilität, Rückverfolgbarkeit und Souveränität. Viele Versorger entscheiden sich für Private Cloud oder einen Hyperscaler in europäischen Regionen mit dokumentierten BSI-C5-Kontrollen.

Das dritte Profil sind operative Netzsysteme (SCADA, Asset Management, Umspannwerkssteuerung). Für viele Betreiber bleiben diese Workloads aufgrund von KRITIS- und Latenzanforderungen weiterhin on-premise oder in Private Cloud, während die Analytik-Schicht auf ihren Daten durchaus in der Cloud leben kann.

Das vierte Profil sind Analytik- und KI-Workloads (Forecasting, Customer Analytics, Predictive Maintenance). Diese profitieren von Public Cloud durch elastische Compute-Ressourcen und ML-Ökosysteme, immer mit klaren Kontrollen darüber, wo Daten liegen und verarbeitet werden.

BSI C5 als übergreifender Referenzrahmen

Ein Punkt, der viele Diskussionen abkürzt, ist die Verankerung der Entscheidung im BSI Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue (C5). Das BSI veröffentlicht C5-Kataloge als Kontrollkriterien für Cloud-Services, besonders relevant für Sektoren mit KRITIS-Anforderungen. C5 als objektive Referenz zur Bewertung von Anbietern und Konfigurationen zu nutzen ersetzt präferenzbasierte Diskussionen durch eine auditierbare Matrix. BSI.

Warum Hybrid bei Versorgern meistens gewinnt

Die operative Realität führt dazu, dass die meisten deutschen Versorger in einer hybriden und oft multi-cloud-basierten Architektur landen. Nicht als Trend, sondern aus drei konkreten Gründen. Erstens: Legacy verschwindet nicht – SAP IS-U und andere Systeme bleiben der funktionale Kern und lassen sich nicht über Nacht ablösen. Zweitens: Regulatorische und Souveränitätsrisiken zwingen bestimmte Workloads in stark kontrollierte Umgebungen. Drittens: Innovation – Data & AI, Customer Experience, Smart-Metering-Analytik – braucht Cloud-Fähigkeiten, die nur Hyperscaler in dieser Skalierung bieten.

Der typische Fehler ist nicht der Schritt zu Hybrid, sondern Hybrid durch Akkumulation ohne Design zu erreichen. Das erzeugt Silos, fragile Integrationen und steigende Betriebskosten. Eine echte Hybrid-Strategie verlangt explizite Entscheidungen darüber, welche Workload wo lebt, wie Umgebungen verbunden sind, wie Identitäten und Daten verwaltet werden und wie Teamfragmentierung vermieden wird.

Wo Principal33 ansetzt

Principal33 führt Cloud Migration & Support und Application Maintenance & Support unter seinen Kernservices und nennt explizit Erfahrung in anspruchsvollen Sektoren wie energy. In seinem Beitrag zu SAP IS-U hebt das Unternehmen außerdem hybride Übergangsmodelle für Versorger hervor, die noch nicht bereit sind, alles auf S/4HANA zu verlagern, sowie modulare Rollout-Pläne. Das passt zur workload-basierten Entscheidungslogik: mit Legacy koexistieren und gleichzeitig schrittweise das modernisieren, was den größten Wert oder das größte Risiko trägt. Principal33.

principal33 | Hybrid- und Multi-Cloud-Lösungen in der deutschen Versorgungsbranche: Wie entscheidet man, welche Workloads auf Azure, AWS oder in der Private Cloud laufen sollen?