Die Migration zu SAP S/4HANA ist eine der wichtigsten Entscheidungen für IT- und Geschäftsleitungen. Doch trotz guter Absichten und Ressourcen machen viele Unternehmen systematische Fehler, die Zeit, Geld und operative Stabilität kosten.
Bei principal33 begleiten wir deutsche Unternehmen seit Jahren bei ihrer Transformation zu S/4HANA – und wissen, wo und warum Projekte scheitern.
In diesem Beitrag zeigen wir die häufigsten Fehler bei SAP-Migrationsprojekten und geben konkrete Empfehlungen, wie Sie diese vermeiden können.

1. Fehlende Analyse des aktuellen Systems
Einer der häufigsten Einstiegsfehler ist ein Projektstart ohne gründliche Bestandsaufnahme. Was oft übersehen wird:
- Welche Module sind aktiv – und wie stark angepasst?
- Welche externen Systeme sind integriert?
- Wie ist die Datenqualität und -struktur?
- Welche regulatorischen Anforderungen bestehen?
Empfehlung:
Nutzen Sie Tools wie den SAP Readiness Check und führen Sie Interviews mit den Fachbereichen durch. Klare Ausgangsanalyse = solide Planung.
2. Falsche Wahl der Migrationsstrategie (Greenfield, Brownfield, Selective)
Viele Unternehmen entscheiden sich vorschnell für ein Migrationsmodell – und stellen später fest, dass es nicht zu ihrer Realität passt.
- Verlust wichtiger Eigenentwicklungen
- Hohe Kosten durch nachträgliche Anpassungen
- Projektverzögerung oder Wiederholungen
Wie man sie vermeidet:
Bewerten Sie alle drei Ansätze objektiv und gemeinsam mit IT & Business. Kriterien: Komplexität, Zielbild, Budget, Zeitrahmen, regulatorisches Umfeld.
3. Fehlende Abstimmung zwischen IT und Fachbereichen
Ein typischer Fehler: IT treibt das Projekt ohne Business – oder umgekehrt. Ergebnis: unrealistische Anforderungen, Zielkonflikte und Reibung im Ablauf.
Empfehlung:
Stellen Sie ein gemischtes Projektteam auf – mit Vertretern aus IT, Finance, Einkauf, Vertrieb, HR und Geschäftsführung.
4. Unterschätzte Komplexität der Datenmigration
Datenmodelle in S/4HANA unterscheiden sich von ECC – wer das ignoriert, riskiert:
- Inkompatible Strukturen
- Datenverluste oder Dubletten
- Technische Fehler beim Laden
Empfehlung:
Frühzeitig mit Datenbereinigung, -harmonisierung und Testmigrationen beginnen. Nutzen Sie Tools wie SAP Data Services oder moderne ETL-Lösungen.
5. Change Management und Schulung vernachlässigt
Ein funktionierendes System ist nutzlos, wenn es nicht angenommen wird. Häufige Symptome:
- Widerstand bei Key Usern
- Unsicherheit im täglichen Umgang
- Fehlerhafte Prozesse nach Go-Live
Empfehlung:
Ab Projektstart ein professionelles Change Management integrieren. Rollenspezifische Schulungen, klare Kommunikationswege und Pilotgruppen helfen enorm.
6. Mangelhafte Tests mit realen Szenarien
Viele Testszenarien basieren auf Musterdaten – was zu Fehlannahmen führt. Erst im Livebetrieb treten dann schwerwiegende Fehler auf.
Empfehlung:
Testen Sie mit echten Prozessen und produktionsnahen Daten. Binden Sie Fachbereiche aktiv ein und dokumentieren Sie alle Abweichungen.
7. Integration externer Systeme nicht eingeplant
In Deutschland ist die Anbindung an externe Systeme oft geschäftskritisch: Behördenportale, Branchenplattformen, mobile Anwendungen, DATEV etc.
Empfehlung:
Identifizieren Sie alle externen Schnittstellen frühzeitig. Planen Sie Tests, Kompatibilitätsprüfungen und ggf. Neuentwicklungen ein.
8. Unrealistischer Zeitplan
Zu viele Projekte setzen sich zu ambitionierte Go-Live-Ziele. Folge: verkürzte Testphasen, ungeprüfte Prozesse, mangelnde Schulung.
Empfehlung:
Planen Sie realistisch – mit Puffer für Tests, Abnahmen und Change Requests.
9. Keine messbaren Erfolgskriterien definiert
Viele Projekte werden „abgeschlossen“, ohne zu wissen, ob sie erfolgreich waren. Fehlt der Business Case, fehlt die Lernkurve.
Empfehlung:
Definieren Sie von Anfang an KPIs wie: Durchlaufzeiten, Fehlerquoten, Nutzungsgrade, Zufriedenheit, ROI.
10. Kein erfahrener Partner an Bord
Ein interner IT-Ressourcenplan reicht oft nicht aus. Ohne Methodik, Erfahrung und externe Perspektive verlieren Projekte an Struktur und Qualität.
Empfehlung:
Wählen Sie einen Partner mit echter S/4HANA-Migrationserfahrung – funktional, technisch und kulturell im deutschen Markt verankert.
Fazit
Die Migration zu SAP S/4HANA ist mehr als ein IT-Projekt – sie betrifft Prozesse, Daten, Menschen und Strukturen.
Wer typische Fehler kennt und gezielt vermeidet, kann nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch echten Mehrwert schaffen.
principal33 unterstützt deutsche Unternehmen dabei, ihre Migration strategisch zu planen, professionell umzusetzen und langfristig abzusichern.

