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SAP IS-U bleibt davon unberührt – KI spielt sich drumherum ab

In einem deutschen Versorgungsunternehmen ist SAP IS-U nicht einfach nur ein weiteres System. Es ist das finanzielle und vertragliche Herzstück, in dem Abrechnung, Inkasso (FI-CA), Verträge, Installationen und Marktkommunikation zusammenlaufen. Es ist das System, das von der Bundesnetzagentur geprüft wird, das vom BSI in kritischen Projekten validiert wurde und von dem jeder Lenkungsausschuss erwartet, dass es deterministisch, nachvollziehbar und ohne Überraschungen läuft.

Deshalb muss die Diskussion über KI in diesem Umfeld mit einer unbequemen, aber notwendigen Feststellung beginnen: KI ersetzt SAP IS-U nicht. Nicht jetzt und auch nicht innerhalb des Zeitraums von fünf bis zehn Jahren, für den ein Versorgungsunternehmen tatsächlich plant. Was KI leisten kann, ist, in klar abgegrenzten Schichten einen echten Mehrwert rund um den Kern zu schaffen – mit kontrollierter Integration und ohne den Determinismus des zentralen Systems zu beeinträchtigen.

„SAP IS-U wird nicht dadurch modernisiert, dass man KI darin integriert. Es wird modernisiert, indem man KI außen vor lässt und mit Disziplin den Wert aus den Daten gewinnt.“

Warum SAP IS-U das „heilige System“ der Versorgungsunternehmen ist

Es gibt drei Gründe, warum SAP IS-U im Zusammenhang mit KI eine andere Herangehensweise erfordert als andere Systeme.

01 · Determinismus

Die Berechnung einer Rechnung, die Anwendung eines Tarifs oder die Buchung in FI-CA muss jedes Mal genau dasselbe Ergebnis liefern. Eine probabilistische Komponente innerhalb dieses Prozessablaufs ist keine Innovation, sondern ein regulatorisches Risiko.

02 · Rückverfolgbarkeit

Jede Rechnung, jede nachträgliche Anpassung und jede Vertragsänderung muss über Jahre hinweg Schritt für Schritt nachvollziehbar sein. KI kann zwar dabei helfen, diesen Nachverfolgungsweg zu interpretieren, kann jedoch nicht selbst zur Quelle dieses Nachverfolgungswegs werden.

03 · Integration

SAP IS-U verbindet FI-CA, CRM, das Kundenportal, EDM, MaKo und die Buchhaltung miteinander. Jede Änderung im Kernsystem wirkt sich über eine Kette aus, die ein Versorgungsunternehmen auf keinen Fall unterbrechen darf.

Einbindung von KI in SAP IS-U ohne Beeinträchtigung des Kernsystems bei deutschen Versorgungsunternehmen

Das richtige Konzept: KI drum herum, niemals darin

Das Integrationsmodell, das bei deutschen Versorgungsunternehmen funktioniert, lässt sich einfach beschreiben, ist in der Umsetzung jedoch anspruchsvoll: Die KI ist um SAP IS-U herum angesiedelt, nicht darin. Die Daten werden über kontrollierte, regulierte Schnittstellen extrahiert, in einer separaten Umgebung unter Einhaltung klarer DSGVO- und BSI-Vorgaben verarbeitet, und was zurück in SAP IS-U fließt, sind strukturierte Signale: Markierungen, Bewertungen, Kategorien, Prioritäten und Entwürfe . Niemals autonome Entscheidungen.

Dieses Muster schützt gleich drei Dinge gleichzeitig: die Kernstabilität, die Möglichkeit zur Überprüfung des Systems und die Flexibilität, den KI-Stack in Zukunft anzupassen, ohne die Integration neu schreiben zu müssen. Es ist das Muster, das es einem Versorgungsunternehmen ermöglicht, auf S/4HANA umzusteigen, ohne KI-Abhängigkeiten in den Kern der Migration mit einzubeziehen.

Vier konkrete Ansatzpunkte für KI im Umfeld von SAP IS-U

In der Praxis schafft KI in vier konkreten Bereichen rund um SAP IS-U einen Mehrwert, ohne dabei die Abrechnungsengine zu berühren.

01 · Lesen und Analyse

Anhand der extrahierten Datenkopien erkennen die Modelle abweichende Verbrauchsmuster, Unstimmigkeiten in den Vertragsangaben und Kundensegmente in einer Geschwindigkeit, mit der herkömmliche Auswertungsverfahren nicht mithalten können.

02 · Empfehlung

Strukturierte Signale werden an SAP IS-U oder Satellitensysteme zurückgesendet: priorisierte Abrechnungsvorfälle, Warnmeldungen bei Zahlungsausfällen, Kennzeichnungen verdächtiger Zählerstände. Die endgültige Entscheidung trifft weiterhin ein Mensch.

03 · Kommunikation

Generative KI entwirft personalisierte Antworten auf komplexe Rechnungen, rückwirkende Anpassungen oder Tarifänderungen, die auf Daten aus realen Fällen basieren und von einem Mitarbeiter überprüft werden – ohne Eingriffe in den Kerncode.

04 · Überwachung

Modelle, die auf der Grundlage des historischen Systemverhaltens trainiert wurden, prognostizieren Fehlerspitzen in Massenprozessen, erkennen Abweichungen in MaKo-Warteschlangen und geben eine Warnung aus, bevor ein Vorfall zu einem aufsichtsrechtlichen Problem eskaliert.

Was man bei der KI in SAP IS-U NICHT tun sollte

Es gibt drei immer wiederkehrende Versuchungen, denen ein ernsthafter Partner ausdrücklich widerstehen muss.

✗ Änderung der Berechnungslogik

Jede Änderung am Kernsystem, die zu einer probabilistischen Abweichung bei der Abrechnung führt, ist sowohl aus Sicht der Rechnungsprüfung als auch aus Sicht der Bundesnetzagentur inakzeptabel.

✗ Automatisierung vertraglicher Entscheidungen

Aktivierungen, Kündigungen, Tarifänderungen und rückwirkende Anpassungen müssen im Rahmen von durch Menschen gesteuerten Prozessen mit vollständiger Rückverfolgbarkeit erfolgen. Die KI kann Vorschläge unterbreiten, trifft aber keine Entscheidungen.

✗ Training mit Produktionsdaten

Ohne eine kontrollierte Umgebung und Daten-Governance verstößt die Schulung anhand von Produktionsdaten gegen den Grundsatz der Datenminimierung gemäß der DSGVO und gegen die Erwartungen des BSI hinsichtlich des Umgangs mit kritischen Daten.

Wo Principal33 ansetzt

Bei Principal33 verbinden wir fundierte Erfahrung mit SAP IS-U und Abrechnungssystemen mit einem KI-unabhängigen Daten- und KI-Bereich. Das bedeutet: Das gleiche Team, das den Kern stabil hält und dessen Integration mit FI-CA-, Powercloud-, Salesforce- und MaKo-Prozessen kennt, ist auch dafür zuständig, zu konzipieren, wo KI in diesem Umfeld einen Mehrwert schaffen kann, ohne dabei Risiken zu verursachen. Die Teams bestehen aus erfahrenen, deutschsprachigen Mitarbeitern aus dem DACH-Raum (Nearshore), was Missverständnisse in Bezug auf regulatorische Anforderungen reduziert und die Koordination mit den Bereichen IT, Compliance und Betrieb innerhalb des Versorgungsunternehmens beschleunigt.

Der Perspektivwechsel

KI in SAP IS-U ist weder eine Migration noch ein Ersatz: Es handelt sich um eine kontrollierte Erweiterung. Und sie funktioniert nur, wenn der Kern intakt ist, die Stammdaten korrekt sind und die Prozesse geregelt sind. Bei konsequenter Anwendung verwandelt KI ein kritisches und oft undurchsichtiges System in einen messbaren, beobachtbaren Betrieb, der bereit ist, sich im Laufe des nächsten Jahrzehnts weiterzuentwickeln – ohne dass dabei auch nur eine einzige Rechnung beeinträchtigt wird.

principal33 | Wie man KI in SAP IS-U integriert, ohne den Kern zu beeinträchtigen