principal33 | How to Adapt SAP S/4HANA to Complex Business Processes Without Breaking the Core Zum Hauptinhalt springen

Eines der größten Dilemmata bei der Einführung von SAP S/4HANA ist die Frage, wie sich das System an die realen, oft komplexen Geschäftsprozesse eines Unternehmens anpassen lässt — ohne die Wartbarkeit, Skalierbarkeit oder Updatefähigkeit zu gefährden.

Gerade in Branchen wie Energie, Industrie oder Logistik sind spezifische Abläufe, individuelle Regeln und Systemintegrationen der Normalfall – nicht die Ausnahme.

Die Lösung liegt nicht in klassischen Z-Entwicklungen, sondern in einem modernen, modularen Architekturansatz, der SAP erweitert, aber den Core unangetastet lässt.

Wie man komplexe technische Übergänge vereinfacht

Warum der SAP-Standard nicht immer ausreicht

SAP S/4HANA bietet eine leistungsfähige Standardbasis, aber:

  • Unternehmen haben oft sehr spezifische Anforderungen
  • Branchenlogiken (z. B. Energiepreise, Genehmigungsprozesse) erfordern individuelle Regeln
  • Externe Systeme (z. B. Legacy-Software, Partnerportale) müssen angebunden werden

Das Problem ist nicht SAP – sondern der Weg, wie Anpassungen technisch umgesetzt werden.

Der klassische Fehler: Z-Entwicklungen und Core-Anpassungen

In vielen Projekten werden Prozesse direkt im System erweitert – mit fatalen Folgen:

  • Z-Programme, die schwer wartbar sind
  • Abhängigkeiten vom Entwicklerteam
  • Keine Transparenz über die Geschäftslogik
  • Upgrade-Probleme und technisches Risiko
  • Übermäßige Kopplung zwischen Prozessen und Technologie

Dies führt zu:

  • Hohe Wartungskosten
  • Upgrade-Probleme und fehlende Kompatibilität
  • Versteckte Geschäftslogik ohne Prüfpfad
  • Systemabhängigkeiten, die Skalierbarkeit nahezu unmöglich machen

Mit dem heutigen Clean-Core-Ansatz (insb. bei RISE with SAP) ist diese Vorgehensweise nicht mehr tragfähig.

Ja, Sie können SAP anpassen – sauber und zukunftssicher

Der Schlüssel liegt in einer Architektur, die SAP modular erweitert, statt den Core zu verändern.

SAP stellt dafür eine moderne Toollandschaft bereit, vor allem über SAP Business Technology Platform (BTP).

Vier bewährte Wege zur sauberen Erweiterung von SAP

  1. SAP Business Rules
    Geschäftsregeln werden außerhalb des Cores gepflegt, versioniert und nachvollziehbar. Kein ABAP nötig. Ideal für Preise, Validierungen oder wechselnde Prozesse.

  2. Side-by-Side-Erweiterungen mit SAP BTP
    Externe Services oder Apps kommunizieren mit SAP per API oder Events. Logik bleibt ausgelagert, das System skalierbar und wartbar.

  3. SAP Event Mesh
    Löst bei definierten Ereignissen (z. B. „Rechnung erstellt“) Folgeaktionen aus — ideal für Compliance, Benachrichtigungen oder externe Prüfprozesse.

  4. SAP Integration Suite + APIs
    Ermöglicht sichere, strukturierte Integrationen ohne direkte Systemeingriffe. Verbindet SAP mit Alt-Systemen oder Drittanwendungen.

Beispiel: Komplexe Rechnungsstellung im Energiesektor

Ein Energieversorger möchte Kundenpreise abhängig machen von:

  • Vertragsmodell
  • Verbrauchstyp
  • Monat / Saison
  • Regionale Auflagen

❌ Klassischer Ansatz:

  • Formeln als ABAP-Code direkt im IS-U
  • Änderungen erfordern Entwicklungsaufwand
  • Kaum Nachvollziehbarkeit für Fachbereiche

✅ Moderner Ansatz:

  • Regeln in SAP Business Rules
  • Event „Rechnung erzeugt“ löst Berechnung aus
  • Externer Dienst berechnet Preis und antwortet
  • Alles ist dokumentiert, versioniert und auditierbar

So geht principal33 vor

Wir begleiten Unternehmen bei der Modernisierung ihrer SAP-Landschaften, mit Fokus auf:

Unsere Methodik:

  • Analyse bestehender Eigenentwicklungen
  • Architekturvorschläge für Clean Core
  • Trennung von Logik, Daten und Oberfläche
  • Einsatz von SAP BTP, Business Rules und Event Mesh
  • Enablement von IT und Fachbereich zur Prozesssteuerung

Das Ergebnis: Ein SAP-System, das komplexe Realität abbildet – ohne Komplexität in den Core zu bringen.

Fazit: Komplexe Prozesse müssen kein Risiko für SAP sein

Unternehmen müssen sich nicht zwischen Standard und Individualität entscheiden.
Die Frage ist nicht ob, sondern wie angepasst wird.

Mit einer skalierbaren Architektur und den richtigen Tools lässt sich SAP zukunftssicher anpassen – auch in hochkomplexen Szenarien.

Im Jahr 2026 wird dieser Ansatz darüber entscheiden, welche Unternehmen erfolgreich sind – und welche weiterhin an den Codes von gestern festhalten müssen.

principal33 | Wie man SAP S/4HANA an komplexe Geschäftsprozesse anpasst, ohne den Kern zu zerstören